Wohnsitzwechsel im Alter

Wohnformen im Alter

Wohnformen im Alter Wohnsitzwechsel

Hier möchten wir Sie mit Begriffen rund um das Thema Wohnformen vertraut machen. Mehr als 90% der älteren Menschen in Deutschland über 65 Jahre leben in privaten Haushalten und etwa 5% in stationären Pflegeeinrichtungen. Nur rund 2-3% der Älteren wohnen in professionell gemanagten Wohneinrichtungen in Kombination mit Pflegeleistungen. Hierbei handelt es sich überwiegend auch um private Wohnungen. Eine weitere kleine Gruppe wohnt in Sonderwohnformen, z.B. Wohngemeinschaften für Demenzerkrankte.

1. Private Wohnungen in Kombination mit Pflegeleistungen

Für die Pflegebedürftigen, die in privaten Haushalten, jedoch nicht in speziell für ältere Menschen konzipierten Wohneinrichtungen leben, gibt es verschiedene Arten der Versorgung für den Fall der Hilfs- und Pflegebedürftigkeit.

Wohnen „zu Hause“ und Organisation der Pflegedienstleistung durch Angehörige sowie Freunde und Freundinnen

Hierbei handelt es sich um die am weitesten verbreitete Wohnform. Zum Teil wird die Wohnung durch bauliche bzw. gestalterische Veränderungen der verringerten Mobilität der Bewohner und Bewohnerinnen angepasst (z.B. Haltegriffe im Bad, Beseitigung von Türschwellen). Im Falle der Pflegebedürftigkeit erhalten die Bewohner bzw. Bewohnerinnen Pflegegeld.

Wohnen „zu Hause“ und Organisation der Pflege durch professionelle Dienstleister

Auch bei dieser Variante werden in den Wohnungen zum Teil bauliche Anpassungsmaßnahmen durchgeführt. Der Unterschied zu der oben genannten ersten Variante besteht nur darin, dass die Dienstleistungen von professionellen Dienstleistern erbracht werden bzw. in ergänzender Kombination mit informellen Dienstleistungen.

Wohnen „zu Hause“ und Organisation der Pflege im Quartiersbezug

Dabei initiieren Vermieter innovative Entwicklungen, um die älteren Bewohner und Bewohnerinnen als Mieter zu halten. So gibt es zum Beispiel Ansätze von Wohnungsunternehmen in Quartieren mit einem hohen Anteil älterer Menschen, bei denen ein „Pflegekern“ in die Nachbarschaft integriert wird (z.B. in einer Etage eines Wohnhauses), der die gesamte Nachbarschaft versorgt.

2. Professionelle Wohnangebote in Kombination mit Pflegeleistungen

Betreutes Wohnen/Service-Wohnen

Das sind professionell gemanagte Wohneinrichtungen, die eine Kombination von Wohnen und ambulanter Pflege anbieten. Der Grundgedanke ist, dass jeder in seinen „eigenen vier Wänden“ lebt (unabhängig davon ob als Wohneigentümer/Wohnungseigentümerin oder Mieter/Mieterin) und den Alltag mehr oder weniger alleine bzw. im Haus- und Nachbarschaftsverbund organisiert. Durch eine Gestaltung und Ausstattung der Wohnung (altengerecht im weitesten Sinne), die den möglichen Bewegungseinschränkungen älterer Menschen Rechnung trägt, soll auch für den Fall der Hilfs- und Pflegebedürftigkeit das eigenständige Wohnen gefördert werden. Als Ergänzung werden professionelle Dienstleistungen (bis hin zur Pflege) angeboten, die man nach Bedarf abrufen kann und nur bei Inanspruchnahme bezahlen muss. Die ergänzenden Dienstleistungen werden in unterschiedlicher Kombination und in unterschiedlichem Leistungsumfang durch eine so genannte Serviceleistungs- bzw. Betreuungspauschale vergütet. Die Konzeption des Betreuten Wohnens/Service-Wohnens zeichnet sich durch eine große Vielfalt unterschiedlicher Organisationsformen aus:

  • Wohnanlagen, in denen über Büros externe Dienstleistungen bis hin zur ambulanten Pflege organisiert werden
  • Wohnanlagen, in denen hauseigenes Personal die ambulante Pflege erbringt
  • Wohnanlagen mit integriertem stationären Pflegebereich
  • Wohnanlagen in Kooperation mit einer Pflegeeinrichtung mit stationärer Pflege

Wohnstifte (zum Teil Seniorenresidenzen genannt)

Wohnstifte sind frei finanzierte und überdurchschnittlich gut ausgestattete Wohnanlagen, in denen vornehmlich Appartements, aber auch kleinere Wohnungen angeboten werden. Ambulante Pflege in der Wohnung, teils auch vollstationäre Pflegeleistungen in räumlich abgetrennten Bereichen der Anlage, komplettieren das vergleichsweise exklusive Angebotsspektrum. Wohnstifte/Seniorenresidenzen haben einen hotelähnlichen Charakter. Sie verfügen i.d.R. über ein hauseigenes Café und/oder Restaurant. Bei den meisten Einrichtungen wird eine Grundversorgung (z.B. Mittagessen, Wohnungsreinigung, allgemeine Betreuungsdienste) vereinbart. Wohnstifte/Seniorenresidenzen verfügen über ein mehr oder weniger großzügiges Angebot an Gemeinschaftsflächen. Darunter fallen z.B. repräsentative Eingangslobbys, Bibliotheken, Schwimmbäder, so genannte Clubräume oder Kaminzimmer (hochwertig ausgestattete Aufenthaltsräume) oder Sonnenterrassen. Zusätzlich bieten Wohnstifte Freizeit- und sonstige gesellschaftliche Veranstaltungen an, von Lesungen über Kurse oder Theaterbesuche bis hin zu Reisen (je nach Angebot gegen gesondertes Entgelt).

Wohn-, Haus- und Nachbarschaftsgemeinschaften

Es ist zu unterscheiden zwischen Gemeinschaften, in denen jeder Bewohner über eine eigenständige Wohnung verfügt und trotzdem mit anderen in räumlicher Nähe lebt (z.B. in einem gemeinsamen Haus (Hausgemeinschaft) oder benachbart (Nachbarschaftsgemeinschaft)) und solchen, die über einen persönlichen Wohnbereich, jedoch nicht über eine eigene abgeschlossene Wohnung verfügen (Wohngemeinschaft). Eine gemeinsame Wohnung teilen sich oft körperlich oder psychisch stark beeinträchtigte Menschen (z.B. „Seniorenfamilien“ als Alternative zur stationären Pflege für Demenzerkrankte). Die Zahl der Senioren-WG’s nimmt ständig zu, in denen noch keine Erkrankungen der Bewohner vorliegen, sondern wo es um das gesellige Miteinander geht und in denen man die Aufgaben des Alltags gemeinsam bewältigt.

Altenheim/Altenwohnheim

Altenheime sind darauf ausgerichtet, alten Menschen, die nicht mehr eigenständig in der Lage sind, ihren Haushalt zu führen, pflegerische Betreuung und hauswirtschaftliche Versorgung zu gewährleisten. Hier leben die Bewohnerinnen und Bewohner oft in ihren eigenen kleinen Wohnungen oder Appartements.

Auch in Altenwohnheimen leben die Bewohnerinnen und Bewohner eigenständig in kleinen Wohnungen mit eigener Küche, haben aber auch die Gelegenheit, die Mahlzeiten in Gesellschaft der anderen Bewohnerinnen und Bewohner zu sich zu nehmen.

Ellen Kophal-Book

Ellen Kophal-Book, Diplom-Volkswirt und Immobilienmaklerin IHK. Seit Jahren erfolgreich in der Immobilienvermarktung tätig. Die Betreuung von älteren Immobilienbesitzern mit dem Wunsch, den Wohnsitz zu wechseln, lag ihr schon immer besonders am Herzen. Aufgrund ihrer Erfahrung mit diesem Kundenstamm hat sie das Konzept „Wohnsitzwechsel im Alter“ entwickelt. Geschäftsführerin und Inhaberin von Wohnsitzwechsel im Alter.

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